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Musiktipp: Nimm Dir Zeit mit Kate Bush

50 Words of Snow” nennt sich das neue Album von Kate Bush. Es ist ideal für nachdenkliche Winterabende oder Zugreisen, wie ich letztes Wochenende selbst ausprobiert habe.

Die klassisch und jazzig untermalten Musikstücke sind schön lang und würden wohl den einen oder die andere gar einschläfern. Aber die müssen sich die CD ja auch nicht kaufen.

Nebst dem obengenannten Titelstück, welches den Eskimos nacheifert, ist “Snowed in At Wheeler Street” eines der Highlights. Kate Bush singt darin im Duett mit Elton John über episches Finden und Verlieren.

Speziell daran: die Stimme von Elton John ist angenehm zurückhaltend und lässt seine sonstige Exaltiertheit nicht durchdringen. Dies gilt übrigens auch für Kate Bush, die vor allem in den achtziger Jahren wesentlich dramatischer aufgetreten ist.

Wie auch immer: Mir gefällt’s. Über die inhaltliche und konzeptionelle Bedeutung des Albums möchte ich mich an dieser Stelle nicht auslassen. Dazu verstehe ich das Lebenswerk der britischen Künstlerin zu wenig. Das können die da (Welt Online) oder etwa die da (78s) wesentlich besser und ausführlicher.

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Musiktipp: Monkeytown von Modeselektor

Das neue Album “Monkeytown” der Berliner Musiker “Modeselektor” ist eine Empfehlung für Freunde des gediegenen, abwechslungsreichen Elektro und Techno. Fern von all dem Eurodance-Trash, welcher gagamässig die Hitparaden rockt.

Ich habe Modeselektor vor Jahren mal live im Moods Zürich erlebt. Das bekannteste Stück war damals “Hasir“, orientalisch angehauchter Elektro-Trip-Hop oder so ähnlich. Ich fand es zudem amüsant, mit welchem Enthusiasmus die Jungs die Bässe aus ihren Computern würgten. Bis zur letzten Sekunde der Performance.

“Monkeytown” vereint auf einzelnen Stücken Techno mit R’n’B und Hip-Hop, ohne dabei anbiedern zu wirken. Speziell hervorheben möchte ich Tracks wie “Evil Twin”,  “Pretentious Friends”, “Berlin” oder “Shipwreck”. Letzteres könnte ich mir mit seinen tragendem Sound und tiefen Bässen sehr gut in einer Kathedrale gespielt vorstellen.

Wer mehr über das neueste Werk von Modeselektor erfahren möchte, liest am besten diesen Artikel auf Zeit-Online: “Krass im Bass verwurzelt“.

 

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Musiktipp: Agnes Obel Philharmonics

Ihre mit Piano unterlegte Stimme ist die ideale Begleiterin für schöne Momente: Beim Lesen eines Buches, zum Betrachten des Sonnenuntergangs oder für ein romantisches Abendessen.

Die Rede ist von Agnes Obel und ihrem Album Philharmonics. In der “Deluxe”-Version umfasst es 27 Titel. Davon sind sechs Songs “Live in Copenhagen”.

Die restlichen Stücke (“Piano Sessions”) werden – wie der Untertitel sagt – hauptsächlich mit dem Klavier gespielt und bestechen durch ihre einfachen Melodien und klaren Strukturen.

Die Stimme der dänischen Sängerin mit Wahlheimat Berlin ist wohl am ehesten mit “Katie Melua ohne Jazz und 5 Jahre jünger”, “Björk aber mit umgekehrter Tonleiter und viel leiser” oder “Scarlett Johansson ohne Rauch nur grösser” zu beschreiben, wobei sie insbesondere letztere um Längen schlägt.

Folgende Lieder gefallen mir speziell: “Riverside”, “Philharmonics”, “Close Watch” und “Avenue” (Piano Sessions-Version).

Neugierig geworden? Bitte hier reinhören >>

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3mal #pokeRT sind noch nicht genug

Ich darf es ja gerne zugeben, die pokeRT-Party-Reihe war mir von Anfang an sympathisch: die Macher, die anwesenden Tweeties & Sweeties, das gemischte Programm und nicht zuletzt auch die “Lokeischen”, das Plaza – ein ehemaliges Kino.

Darum blogge ich auch bei der dritten Zürcher Ausgabe vermutlich als einer der Ersten einen wohlwollenden Rückblick, bevor ich brav ins Bett gehe.

Der Event besteht aus vier Teilen: einem Talk, dem Social Networking, einem Konzert und dem Disco-Chillout nach Lust und Laune.

Die breite Gesprächsrunde unter der Leitung von Alex Dal Fara diskutierte über die Zukunft des Radios. Mir gefiel das Statement von Jean-Claude Frick, dass mittels Internetstreams auch Nischensender die Chance hätten, ein Stammpublikum zu pflegen. Und die DRS3-Moderatorin Franziska von Grünigen brachte es auf den Punkt: der Mehrwert des Radio ist und bleibt das Sprechen.

Nach einer kurzen Plauderpause jammten Tanja Dankner und Band mit James Gruntz auf der Bühne. Sie setzten die solide Qualität des bisherigen pokeRT-Sounds fort.

Im oberen Stock des Plaza zeichnete Navid Tschopp währenddessen in aller Ruhe Portraits für die handmade Facebook-Ahnengalerie und die Nostalgiker durften eine umfangreiche Vinylplatten-Sammlung durchstöbern.

Fazit: Die dritte Ausgabe des pokeRT war von der Anzahl Party-Vögel her vielleicht nicht ganz so “krass voll eh Mann”-spektakulär besucht wie die zweite. Aber die Veranstalter rund um Gustavo Salami und die Kublé AG werden ihr spannendes Konzept sicherlich weiterentwickeln und verfeinern.

#iLike it, meinetwegen dürft ihr also weitermachen! Vielen Dank. Zwei Verbesserungsvorschläge:

  • Etwas zu Essen im Angebot…
  • … und eine Talkrunde die polarisiert bitte.

P.S. Christian war auch da ;-)

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Zwei Orchester auf einer Bühne

Gestern fand im ref. Kirchgemeindehaus Höngg das Jahreskonzert des Musikvereins Zürich-Höngg statt. Als musikalischer Gast wurde die StadtJugendMusik Zürich (SJMUZ) eingeladen.

Flurina spielt bei den Hönggern Querflöte und Piccolo. Und ich liess es mir nicht nehmen, eines der Highlights des Abends mit der iPhone-Kamera festzuhalten und auf Youtube zu veröffentlichen. Die gut und gerne 120 Musikerinnen und Musiker der Höngger Musik und der SJMUZ führten am Schluss gemeinsam das für Blasmusik arrangierte Stück “Nowhere to Run” von Martha and the Vandellas auf.

Eröffnet wurde das Gemeinschaftskonzert von den acht Perkussionistinnen und Perkussionisten der SJMUZ, welche das musikalische Zepter anschliessend dem Musikkorps übergaben. Dieses inszenierte unter anderem das Stück “Flight”, mit welchem es auch am am Europäischen Musikfestival der Jugend in Neerpelt (B) auftreten wird.

Nach der Pause war der Musikverein Zürich-Höngg an der Reihe. Wie der Zufall** es offenbar irgendwie wollte, spielten sie nebst vier andern Kompositionen ebenfalls “Flight” von Mario Bürki. Ein Direktvergleich zur SJMUZ war also möglich. Da mir allerdings das blasmusikalische Beurteilungsvermögen fehlt, verzichte ich “diplomatisch” auf die Nennung eines Gewinners. ;-)

Sagen wir also: Unentschieden!… wie beim gestrigen Fussballmatch Schweiz gegen Bulgarien (0:0). Mit dem Unterschied, dass beide Orchester sicher mindestens zwei Tore geschossen haben und dem Publikum etwas geboten wurde.

** Ganz zufällig war es nicht. Der Musikverein Zürich-Höngg wird am eidgenössischen Musikfest in St. Gallen ein noch unveröffentlichtes Pflichtstück von Mario Bürki aufführen dürfen und hat sich schon mal mit dem Stil des Komponisten vertraut gemacht.